Archiv der Kategorie: Geschichte

Ta-152 H-0 Schwarze 3, W.Nr. 150007

Am 13. /14.03.1945 überführte Ofw. Willi Reschke mit einem zweiten Piloten zwei neue Ta-152 H von Luckau/Alteno nach Stendal. Ofw. Reschke flog damals die schwarze 3, die W.Nr. ist laut seinem Flugbuch nicht zu ermitteln.

Mit freundlicher Erlaubnis von Claes Sundin

Am 14./15.März besuchte Oberstleutnant Dietrich Peltz als Inspekteur der Reichsverteidigung die II. und III. Gruppe des JG 301 in Stendal. Er ließ es sich nicht nehmen und flog bei seinem Besuch am diesem Tag eine der neuen Maschinen selbst.
Als Grundlage dienen 3 Bilder und der Flugbuchauszug von Ofw. Willi Reschke.

  • Bild 1 – Ta-152 – Major Pelz beim Anschnallen im Cockpit – Quelle: Richard von Lutz
  • Bild 2 – Ta-152 W.Nr. 150007 – weiße 7 (rechte Rumpfhälfte) auf einem Flugfeld nach dem Krieg – Quelle: Helmut Nerlinger

Beachte – zwei deutliche dunkle Flecken unter dem Cockpitbereich auf der rechten Rumpfseite die man auch auf den Bildern von Richard von Lutz und Helmut Nerlinger erkennen kann. Da dieser Bereich beim ändern des Stammkennzeichens nicht mit Farbe nachträglich besprüht wurde, war dieser Bereich des Farbmusters wie ein Fingerabdruck und bei jeder Maschine unterschiedlich. Dieses Tarnmuster war nicht der Grundanstrich, der einem festen Farbschema folgte, sondern die frei von Hand aufgesprühte Tarnung.

Die weiße 7 in Stendal

Da sich diese Flecke auf beiden Bilder sehr stark ähneln und gefühlt an der gleichen Stelle sitzen ist es hier der erste Indiz das es sich um ein und dieselbe Maschine handelt, und 
Demzufolge ist Pelz mit hoher Wahrscheinlichkeit die 150007 geflogen.

Der nächste Vergleich bezieht sich auf die Bilder aus der LiF # 13 und den dort gezeigten Bildausschnitten des Leitwerks und des Balkenkreuzes der Maschinen im Line Up in Alteno.
Wie man im Balkenkreuz der Maschine in Alteno sehen kann, befindet sich dort im Balkenkreuz ein deutlich dunklerer Tarnfleck der so im Bild der weißen 7 (Stendal) nicht mehr vorhanden ist.
Ein erneutes lackieren der Balkenkreuze war bestimmt nicht vorgesehen und nicht nötig, wenn die Maschine eine neue Nummer bekam. Somit blieb dieser Bereich in der kurzen Zeit sicher unberührt.

Quelle: Horst Kube

Die Bilder des Seitenleitwerks zeigen im Gegenzug jedoch deutlich, dass die Maschine im Hangar (Stendal) und beim Besuch von Pelz auf dem Platz die gleichen Maschinen sind. Siehe Werknummernausschnitt und der Tarnfleck am oberen Leitwerksrand.

Quelle: Horst Kube

Nun noch zur ursprünglichen ersten Kennummer der Maschine – Reschke schreibt in seinem Flugbuch, dass es sich um eine schwarze 3 gehandelt hat.
Wenn man nun das Farbspektrum der weißen 7 in Stendal verschiebt, erscheinen hinter der weißen 7 die Umrisse einer übermalten 3 und auch der übermalte Buchstabe des ehemaligen Stammkennzeichens der 150007 ein C aus der Kennung CW + CG taucht wieder auf.

Quelle: Stammkennzeichen CW + CG, Buch Dietmar Hermann, s.113, Übersicht der Serienmaschinen aus Cottbus, Werknummernübersicht

Demnach ist folgendes damit sehr wahrscheinlich:

⦁ Willi Reschke flog zuerst die W.Nr. 150007 als schwarze 3 von Alteno nach Stendal
⦁ Pelz flog diese Maschine selbst beim Besuch in Stendal
⦁ Die schwarze 3 wurde im Laufe der Zeit zur weißen 7

Mit freundlicher Erlaubnis von Claes Sundin 

Einen herzlichen Dank an Lars bei der Bildrecherche und Artikelverfassung  

 

Die Ta 152 bei der III. Gruppe des JG 301

Die III. Gruppe des JG 301 bestand aus einem Gruppenstab und vier Jagdgruppen, ausgerüstet mit der Focke-Wulf Fw 190 A, D-9 und seit Anfang Januar 1945 auch mit der Focke-Wulf Ta 152 H. Die Gruppe lag zu Beginn des Jahres 1945 in Stendal und weitere Liegeplätze waren von Januar bis April selben Jahres neben Stendal auch Alteno, Sachau, Neustadt-Glewe und Hagenow. Letzte Station für die III. Gruppe war Leck Ende April 1945 – dort wurde sie aufgelöst.

Auf dem Platz in Stendal machte Ofw. Jupp Keil (laut seinem Flugbuch) schon am 02.01.1945 mit einer Ta 152 H „Rote 9“ einen Flug. Am 10.01.1945 startete er zu einem Übungsflug mit einer Ta 152 H „Rote 1“ in Alteno/Luckau.

In Wili Reschkes Buch – Jagdgeschwader 301/302 ‚Wilde Sau‘ (s.189/190) ist angegeben, dass am 27.01.1945 die ersten Ta 152 H von Neuhausen nach Alteno/Luckau überführt worden sind. Dies deckt sich jedoch nicht mit dem Flugbuch von Ofw. Josef Keil, denn es standen die ersten Maschinen des Typs Ta 152 H bereits am 02.011945 in Stendal.

Als eine Besonderheit hatte das JG 301 ab ca. Februar/März 1945 einen Horizontbalken für alle Gruppen eingeführt.

Die III. Gruppe hatte einen gelben Horizontalbalken und der Stab einen Grünen

rote 1kö

Stab III. Gruppe

Ziffer

9. Staffel

Ziffer

10. Staffel

Ziffer

11. Staffel

Ziffer

12. Staffel

Ziffer

Grün Weiß Rot Gelb Schwarz

Geschwaderkommodore:

Oberstleutnant Fritz Aufhammer, September 1944 – Mai 1945

Aufhammer flog u.a. die Ta 152 H mit der Stabskennung Grüne 1, Grüne 8, und die organge/rote Ta 152

III. Gruppe Gruppenkommandeur

Major Guth, Januar 1945 – März 1945

Der Gruppenkommandeur Major Guth übernahm am 14.März 1945 in Hagenow ein Luftwaffen Marschbataillon. Sein Nachfolger wurde Hauptmann Gerhard Posselmann.

Flugbuch Ofw. Keil

Auch nach Jahren taucht durch so manchen Zufall immer mal was neues zur Ta 152 oder deren Piloten auf. Im diesem Fall handelt es sich um das Flugbuch des bekannten Piloten Josef „Jupp“ Keil vom Stab des JG 301.

Vom Flugbuch wurden Kopien angefertigt und es es gibt interessante Details zu berichten,  doch dazu später mehr.

Hier einige Bilder vom Flugbuch

Nochmals vielen Dank an den Sohn von Josef Keil für das Ausleihen und Vertrauen

Die Werknummer der NASM Ta 152 – 010 oder 020?

1. Einleitung

Die Identität der Ta 152 im NASM bietet sei geraumer Zeit einigen Spielraum für Diskussionen unter Fachleuten und Enthusiasten. Dabei stellt sich die Frage nach der korrekten Werknummer dieser Maschine und es kommen hier zwei Werknummern in Frage – die 150010 und die 150020. In diesem Artikel soll auf die technischen Besonderheiten und Merkmale eingegangen werden, um möglicherweise etwas mehr Klarheit zu schaffen.

Beginnen wir an dieser Stelle mit der aktuellen Aussage des NASM (Quelle: https://airandspace.si.edu/collection-objects/focke-wulf-ta-152-h-0r11) welches die Werknummer 020 zuordnet:

„(…) Definitive information about the NASM Ta 152 has always been lacking but research conducted late in 1998 may have revealed the airplane’s true identity as Werk-Nummer (serial number) 150020, not 150003 or ‚010 as widely reported. (…)“

Forschungen des NASM im Jahr 1998 haben ergeben dass die Identität des Flugzeugs die Werknummer 150020 sein könnte und nicht die 150003 oder 150010. Dem Museum zufolge ist die Maschine aus einem Werk in Cottbus. Diese Vermutung des NASM basiert auf einem Typenschild welches im Hinteren Teil des Rumpfes gefunden wurde und eine „Werk Nr. 0020“ eingeschlagen hat. Diese Nummer 0020 in Verbindung mit dem Hersteller „N.A.Z“ welcher als „naz“ für die Firma Focke-Wulf Flugzeugbau GmbH Bremen, Werk Cottbus steht, führt zur Annahme dass es sich auch um die Werknummer 020 des gesamten Flugzeugs handeln könnte. Bei diesem Schild handelt es sich jedoch nicht um das Typenschild zur Identität des Flugzeugs selbst, sondern um ein Typenschild einer Baugruppe.

Weiterlesen

Ofw. Willi Reschke verstorben

Mit Bestürzung haben wir erfahren, dass Willi Reschke (*3.2.1922), ehemaliger Pilot des JG 301 verstorben ist. Er war der letzte Pilot welcher die Ta 152 flog und schrieb darüber auch ein Buch.

Möge er in Frieden ruhen!

Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei seiner Familie.